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Videos per WhatsApp verschicken, ohne dass sie schlecht aussehen
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Videos per WhatsApp verschicken, ohne dass sie schlecht aussehen

Daniel CarterVon Daniel CarterVeröffentlicht am 31. Juli 20267 min Lesezeit

Du filmst ein Video, das in der Galerie perfekt aussieht, verschickst es per WhatsApp – und drüben kommt es matschig an, mit unsauberen Kanten und Klötzchen, sobald sich etwas bewegt. Es liegt weder an deinem Handy noch an der Verbindung: WhatsApp komprimiert jedes gesendete Video neu, und zwar auf deinem eigenen Gerät, bevor die Datei überhaupt losgeht. Steuern kannst du nur, wie groß der Schaden ausfällt.

Es gibt vier echte Hebel, vom einfachsten bis zu dem mit dem besten Ergebnis. Keiner davon verlangt eine Installation.

1. Schalte die HD-Qualität in den WhatsApp-Einstellungen ein

Diese Einstellung kennen die wenigsten, und sie ist ab Werk aus. Unter Einstellungen → Speicher und Daten → Medien-Uploadqualität kannst du zwischen «Standardqualität» und «HD-Qualität» wählen. Die Standardqualität ist voreingestellt und für einen guten Teil des Verlusts verantwortlich.

Aber Vorsicht mit dem Versprechen: HD hebt die Obergrenze für Auflösung und Datenmenge an, schaltet die Neukomprimierung aber nicht ab. Dein Video wird trotzdem neu kodiert, nur mit mehr Budget. Es kostet nichts und verbessert das Ergebnis – also einschalten, aber erwarte nicht, dass die Datei unangetastet ankommt.

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2. Bleib unter 16 MB

WhatsApp lässt in einem Chat keine Videos über 16 MB zu. Ist deins größer, gibt es zwei Wege: WhatsApp auf seine Art quetschen lassen – oder mit einer Datei ankommen, die bereits unter dem Limit liegt. Der zweite ist besser, und das ist keine Geschmacksfrage.

Der Grund ist simpel: Je näher deine Datei schon an der Größe liegt, die WhatsApp anpeilt, desto weniger muss es quetschen und desto weniger fällt seine Neukomprimierung auf. Gib ihm ein 200-MB-Video, und es trifft von sich aus aggressive Entscheidungen. Gib ihm ein 15-MB-Video, und es bleibt kaum Arbeit übrig. Du kannst das Video im Browser unter 16 MB drücken, ohne es auf irgendeinen Server zu laden, und vorher sehen, welche Auflösung übrig bleibt.

3. Als Dokument senden: der einzige Weg ohne Eingriff

Das ist der Trick für den Extremfall. Häng das Video nicht aus der Galerie an, sondern über Dokument: WhatsApp behandelt es wie jede andere Datei, komprimiert es überhaupt nicht neu und erlaubt bis zu 2 GB. Das Video kommt Bit für Bit identisch an.

Das hat einen Preis, den man vorher kennen sollte: Wer es bekommt, sieht keine Vorschau und kann es nicht mit einem Tipp im Chat abspielen. Er muss es herunterladen und in einem Player öffnen. Für etwas Wichtiges – eine Familienaufnahme, Arbeitsmaterial – lohnt sich das allemal; für einen kurzen Clip, den der andere ohne Nachdenken anschauen soll, nicht.

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4. Selbst komprimieren, statt WhatsApp entscheiden zu lassen

Die drei Optionen davor überlassen die Entscheidung WhatsApp oder umgehen sie ganz. Die vierte ist der Mittelweg: das Video selbst verkleinern, auf die Größe, die du wählst, und dieses Ergebnis verschicken. Dann weißt du genau, welche Auflösung die Datei hat, statt es erst beim Empfänger zu erfahren.

Bei längeren Videos ist der Unterschied deutlich. Ein Fünf-Minuten-Video, das WhatsApp von 300 MB heruntergequetscht hat, landet klar unter dem, was herausgekommen wäre, wenn du es selbst auf 15 MB gebracht und dabei die Auflösung im Griff behalten hättest.

Die vier Optionen im Vergleich

Wie du sendestNeu komprimiert?LimitSpielt im Chat
Video, StandardqualitätJa, stark16 MBJa
Video, HD-QualitätJa, weniger16 MBJa
Von dir vorkomprimiertes VideoJa, aber es bleibt kaum etwas zu holen16 MBJa
DokumentNein, gar nicht2 GBNein, muss geladen werden

Was nicht funktioniert (falls du es anders gelesen hast)

  • Die Dateiendung ändern auf .doc oder .pdf vor dem Senden. Das war vor Jahren ein Behelf; heute ist es überflüssig, weil der Versand als Dokument eine offizielle Option ist und dasselbe ohne Tricks erledigt.
  • Apps, die «Senden ohne Komprimierung» versprechen. Keine fremde App kann WhatsApps Komprimierung abschalten: Entweder schicken sie die Datei als Dokument – was du selbst kannst – oder sie komprimieren sie vorher einfach selbst.
  • In die Cloud laden und wieder herunterladen. Die Datei kommt unverändert zurück, und beim Senden über WhatsApp wird sie genauso neu komprimiert.
  • Ein per WhatsApp erhaltenes Video weiterleiten. Jede Weiterleitung kann eine weitere Kompressionsrunde auf eine bereits komprimierte Datei stapeln – und das sieht man schnell.

Und wenn du das Video noch gar nicht hast

Willst du ein Video aus einem sozialen Netzwerk verschicken, lade es zuerst herunter und wende dann das Obige an: Wir haben eine Anleitung zum Herunterladen eines Videos mit Blick auf WhatsApp. Und wenn dich der Mechanismus hinter diesen Entscheidungen interessiert, zerlegen wir ihn in warum WhatsApp die Qualität deiner Videos verschlechtert.

Häufig gestellte Fragen

Kann man WhatsApps Komprimierung abschalten?

Über die Einstellungen nicht: WhatsApp komprimiert als Video gesendete Videos immer neu. Der einzige Weg, dass die Datei unangetastet ankommt, ist der Versand als Dokument, den WhatsApp nicht anfasst. Die Option «HD-Qualität» schaltet die Komprimierung nicht ab, sie gibt ihr nur mehr Spielraum.

Wie groß darf ein Video bei WhatsApp sein?

16 MB pro Video in einem Chat, auf Android und iPhone gleich. Als Dokument steigt die Grenze auf 2 GB, dafür muss der Empfänger es herunterladen, statt es im Chat abzuspielen.

Warum kommt mein Video matschig an, obwohl es klein ist?

Weil WhatsApp trotzdem neu komprimiert, und wenn dein Video schon komprimiert war – etwa aus einem sozialen Netzwerk geladen –, stapelt sich der neue Durchgang auf den alten. Zwei Kompressionen hintereinander fallen weit stärker auf als eine. Von der Originaldatei auszugehen liefert immer das bessere Ergebnis.

Verbraucht WhatsApps HD-Qualität mehr Daten?

Ja, es wird eine größere Datei verschickt, also mehr mobile Daten beim Hoch- und beim Herunterladen. Das ist der Tausch: bessere Bildqualität gegen mehr Megabyte. Bei knappem Datenvolumen kannst du sie nur dann einschalten, wenn du etwas Wichtiges verschickst.

Sieht ein Video im Status schlechter aus als im Chat?

Meistens ja. Status-Beiträge haben eine eigene Längenbegrenzung – 30 Sekunden pro Clip – und eine Komprimierung, die auf schnelles Laden bei jeder Verbindung ausgelegt ist, also ist das Datenbudget enger als beim normalen Versand.

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Daniel Carter

Daniel Carter

Technischer Redakteur · PullVid-Team

Daniel schreibt bei PullVid über Video-Downloads, Formate und Web-Tools.

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